Gedanken über heutiges Geld und "Freigeld"

Viele Leute verwenden das Geld als Tauschmittel und denken an nichts anderes, als wie sie an mehr Geld kommen können, aber es kommt ihnen gar nicht zu Bewusstsein, das sie eigentlich nicht das Geld haben wollen sondern die Dinge, die sie damit kaufen können.

Erzählt man ihnen, dass das Geld neben seiner Eigenschaft als Tauschmittel auch eine zweite Eigenschaft hat, die es aber nicht gleichzeitig ausüben kann - die Eigenschaft als Wertaufbewahrungsmittel - hat man sie meistens schon verloren. So haben sie noch nie über Geld nachgedacht.

Versucht man ihnen dann zu erklären, wie Geld auf dem Markt funktioniert und wie es im ständigen Kreislauf den Warenstrom vom Erzeuger zum Verbraucher begleitet, ist man schon am Ende der Aufmerksamkeitsspanne angelangt und die Augen des Zuhörers werden glasig. Von der Überlegenheit des heutigen Geldes den Waren gegenüber und das das die Ursache des Zinses ist, braucht man dann gar nichts mehr zu erwähnen. Man hat den Zuhörer schon lange verloren. Der von Kindesbeinen an befolgte Spruch „über Geld spricht man nicht“ hat seine Aufgabe erfüllt.

Wer glaubt, dass er jetzt noch weiter kommt und so einen Menschen von der Notwendigkeit einer Geldreform überzeugen kann und womöglich noch genügend seinesgleichen, um eine Mehrheit von Menschen eines Staates zu gewinnen, kann einem leid tun. Politiker, die alle unter dem Einfluss der Nutznießer des heutigen Zinsgeldes stehen, dazu zu zwingen, so eine Reform durchzuführen, dazu würde nicht einmal eine absolute Mehrheit ausreichen.
Das Wissen und das Interesse über Geld werden ganz gezielt behindert und bis in die höchsten Gremien der Wirtschaftswissenschaft kommen nur Leute, die das Geld nicht verstehen.

Geld ist eine unverzichtbare Notwendigkeit für eine arbeitsteilige Marktwirtschaft und dieses Geld hat einen Konstruktionsfehler. Niemand denkt aber über Geld nach, selbst wenn die Menschheit an diesem Geld zugrunde gehen kann.

Die Familien, die durch die Ausnützung dieses Konstruktionsfehlers Riesenvermögen angehäuft haben, kaufen Politiker und Wissenschaftler, wie sie früher Kaiser und Könige kauften, um ihre Macht und Monopolstellung zu erhalten. Diese Leute haben kein Interesse daran, dass jemand über Geld nachdenkt. Diejenigen könnten einen Weg finden, wie der Konstruktionsfehler beseitigt werden kann und wie man sich von der Abhängigkeit vom Monopolgeld befreien kann, ohne den Weg über die politische Macht oder ein Gegenmonopol gehen zu müssen. Die Herren des Geldes brauchen die politische Macht und sie müssen sich diese kaufen. Erkennt man das, erkennt man auch ihre Schwäche.

Sie können wirtschaftlich nicht viel gegen ein ergänzendes, regionales Tauschmittel tun, das selber kein Monopol anstrebt. Ein Tauschmittel, das ganz unscheinbar die Wert gebenden Waren vom Markt räumt. Denn dann ist das alte Geld bald nichts mehr wert und kann gar nichts kaufen, weder Kaiser noch Könige noch willfährige Politiker oder "Wirtschaftssachverständige". Die geschichtlich immer wieder kehrenden Krisen müssen keine Weltverschwörung sein, selbst wenn es manchmal so aussehen mag. Sie sind eine zwanghafte Folge des Zinsgeldes, das fallweise wertlos werden muss, weil es den verfügbaren Waren, die ihm den Gegenwert geben, durch Zins- und Zinseszinswachstum mengenmäßig immer schneller (exponentiell) davon läuft.

Silvio Gesell, der Entdecker des „Freigeldes“, machte einen Fehler. Er glaubte, dass man den politischen Weg gehen muss und dasselbe glaubten und glauben auch heute fast alle seine Anhänger. Er und auch sie hatten die Hoffnung, dass so eine "einfache" Sache jeder verstehen würde, wenn man es ihm nur richtig erklärt und dass es durch Politiker dann von „oben“ eingeführt werden wird.

Selbst nach hundert Jahren dieses erfolglosen Weges hat sich daran kaum etwas geändert.
Erst jetzt zeigen sich neue Wege auf, Freigeld auf Gutscheinbasis, ergänzend, zeitlich begrenzt und regional, einzuführen, ohne das gesetzliche Geldmonopol anzugreifen. Und ohne Gefahr zu laufen, durch eine Umlaufsicherung von oben beim gesetzlichen Zahlungsmittel eine Hyperinflation durch die mengenmäßig unvorstellbar ausgeweiteten Geldmengen M1, M2 und M3 auszulösen.

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