Häufig gestellte Fragen
Warum sollte ich Justus in meinem Geschäft akzeptieren?
Warum nicht? Sie bringen zusätzlichen Umsatz. Da sie in Gießen und Umgebung umlaufen, beleben sie die hiesige Wirtschaft und davon profitieren auch Sie.
Was werden mich die Justus kosten?
Abgelaufene Justusgutscheine können bei der Giessener Justuszentrale gegen 5% Nutzungsgebühr in neue Scheine mit einem ca. ein Jahr späteren Ablaufdatum umgewandelt werden. Justusgutscheine, die noch mindestens einen Monat gültig sind, können zum aktuellen Kurs gegen eine ebenfalls 5%ige Gebühr in Euro zurückgetauscht werden. Diese Kosten können Sie leicht vermeiden, indem Sie die Justus benutzen, um bei den anderen teilnehmenden Geschäften, Handwerkern etc. Leistungen oder Produkte zu erwerben.
Wo kann ich die Justus umtauschen?
In jedem Geschäft, das Mitglied des Justus-Bündnis ist. Es ist natürlich nicht erforderlich selbst Mitglied des Justus-Bündnis zu sein, um Justus als Bezahlung akzeptieren zu können.
Womit sind die Justus gedeckt?
In erster Linie durch die Waren der teilnehmenden Geschäfte. Zusätzlich sind die Justus durch die Euros gedeckt, gegen die sie eingetauscht wurden.
Was kann ich mit den abgelaufenen Justusgutscheinen machen?
Abgelaufene Justusgutscheine können gegen eine 5%ige Gebühr in neue, ca. ein weiteres Jahr gültige, umgewandelt werden. Günstiger ist es natürlich, wenn Sie Ihre Justus nutzen, bevor sie ablaufen.
Wie viele Teilnehmer sind erforderlich, damit der Justus erfolgreich ist?
Ähnliche Programme waren erfolgreich in kleineren Gemeinden als Gießen. Wir schätzen, dass mindestens 100 Geschäfte, Handwerker etc. notwendig sind, um einen ausreichend großen Markt zu formen. Wir versuchen aber trotzdem möglichst viele Teilnehmer zu finden.
Warum wurde so etwas nicht schon früher gestartet?
Es gibt mehrere Gründe. Der wichtigste ist fehlendes Wissen, aber auch Opposition der Menschen, die vom gegenwärtigen Geldsystem profitieren. Außerdem ist es doch bisher jedem gut genug gegangen.
Wann wird der Justus ausgegeben?
Der Justus wird seit März 2004 ausgegeben.
Woher erfahre ich den aktuellen Kurs?
Der aktuelle Kurs Justus zu Euro wird monatlich auf dieser Website veröffentlicht. Außerdem wird der Kurs in den Geschäften, die Mitglied des Justus-Bündnis sind, veröffentlicht.
Ist der Justus gesetzliches Zahlungsmittel?
Nein, d.h. Sie können den Justus nicht benutzen um z.B. Steuern zu zahlen. Aber Sie können ihn natürlich nutzen, um bei den Teilnehmern Produkte und Dienstleistungen zu erwerben. Der Justus hat den Status eines Gutscheins, wie er z.B. auch von Karstadt und anderen Unternehmen an ihre Kunden ausgegeben wird, mit dem Unterschied, dass der Justus von deutlich mehr Geschäften akzeptiert wird.
Gibt es Nachteile?
Nein, die Benutzung des Justus bringt keine Nachteile mit sich.
Wie viele Justus werden ausgegeben?
Überraschend wenig, da die Justus nur ein ergänzendes, lokales Tauschmittel sind und nicht die Masse allein Ausschlag gebend ist, sondern auch der Umlauf bzw. die Umlaufgeschwindigkeit. Wir rechnen mit einigen Zehntausend Justus für den Anfang; dies sind nur 3-4 Justus je Nutzer (Geschäfte, Handwerker etc. und ihre Kunden). Wenn es nötig erscheint, werden weitere ausgegeben. Bei z.B. 30.000 emittierten Justus werden jeden Monat ca. 2.500 ablaufen. Diese zu erneuern wird 125 Justus im Monat kosten bzw. 1.500 Justus im Jahr. Diese Summe wird genutzt um Druck- und Verwaltungskosten zu decken. Schon 30.000 Justus können, wenn Sie 500 Mal im Jahr genutzt werden um Einkäufe zu bezahlen, 15 Million Justus an Waren und Dienstleistungen umsetzen. Umgerechnet ergibt dies ca. 22,5 Millionen Euro Umsatz für diejenigen, die Justus akzeptieren.
Wie viele Geschäfte, Handwerker etc. nehmen Teil?
Das steht noch nicht fest. Wir sind gerade dabei potenzielle Teilnehmer zu kontaktieren. Bis jetzt haben ca. 70 Gewerbetreibende, die wir fragten, sich bereit erklärt, Justus zu akzeptieren. Sollten dennoch einige ablehnen, Justus zu akzeptieren, so ist dies kein Problem: Menschen mit Justus in den Taschen kaufen einfach in einem anderen Laden, der Justus akzeptiert.
Brauchen die Justus wirklich diesen komplizierten Wechselkurs?
Das Giessener Justus-Bündnis, garantiert, dass ein Justus exakt die gleiche Kaufkraft hat, wie 2 Deutsche Mark im Jahre 1980 gemessen in Gütern des täglichen Bedarfs hatten. Wenn sich der Wechselkurs des Justus zu einer anderen Währung ändert, bedeutet das, dass diese andere Währung ihren Wert verändert hat, denn der Justus wird immer so viel Wert sein, wie 2 Deutsche Mark im Jahre 1980 wert waren.
Ist das Ablaufdatum wirklich notwendig?
Ja, zusammen mit der kleinen 5%igen Gebühr sorgt er dafür, dass die Justus im Umlauf bleiben, denn jeder möchte ja möglichst schnell seine Justus loswerden, damit er nicht auf der Gebühr sitzen bleibt. Bei dieser Bewegung, ähnlich einer heißen Kartoffel, werden große Umsätze getätigt, so dass die kleine Gebühr für die Teilnehmer fast nicht ins Gewicht fällt. Als positiver Nebeneffekt sorgt der Umtausch dafür, dass ein Justusgutschein sich nicht all zu weit von Gießen fortbewegt, wo er ja gebraucht wird.
Ist der Umtausch nicht sehr aufwendig?
Nein, da jeden Monat nur ein Gesamtwert von ca. 2.500 Justus umgetauscht werden muss. Diese 2.500 Justus liegen in Form von Scheinen von 1/2 bis 20 Justus vor, so dass nur ungefähr 400 Justusgutscheine verteilt über den Monat erneuert werden müssen. Das sind ungefähr 15 Gutscheine am Tag in ganz Gießen.
Warum sollte ich mich überhaupt mit den Justus auseinandersetzen?
Weil Sie ihnen zusätzlichen Umsatz verschaffen können. Außerdem können Sie etwas Gutes für die Menschen in der Stadt tun, in der Sie leben und damit auch für sich selbst.
Was kann ich tun um zu helfen?
Das kommt darauf an, wie stark Sie mit einbezogen werden wollen. Sie können ein Schild in Ihr Schaufenster stellen, auf dem steht, dass sie Justus akzeptieren werden. Sie können vor Einkäufen einen kleinen Teil Ihres Geldes in Justus tauschen, es wird Sie nichts kosten. Sie können nach dem Umtausch noch genau soviel kaufen wie vorher. Sie können mit Freunden und Geschäftspartnern reden, und sie ermutigen, auch Justus anzunehmen. Sprechen sie mit ihren Mitarbeitern und bringen Sie sie dazu, einen kleinen Teil ihres Lohns in Justus anzunehmen. Sie können der lokalen Zweigstelle des Justus-Bündnis beitreten, die den Justus herausgeben und kontrollieren wird. Helfen Sie den Justus in Umlauf zu bringen und zu verbreiten. Nach einigen Monaten wird sich der Justus durch den Aufschwung der Wirtschaft, den er schafft, von selbst verbreiten. Seien Sie einer der Ersten, die von ihm profitieren.
Was kosten mich die Justus?
Etwas Zeit, weil man den Justus als 1,50 Euro in die Kasse eingeben muss und ihn dann wieder als 1,50 aus der Kasse nehmen muss. Sonst kosten sie nichts und bringen sehr viel. Da ist zuerst einmal der zinsfreie Kredit für ein halbes Jahr. Mit einem Justuskredit von 100 Justus erspart man sich 150 Euro, die man anstelle der Justus hätte ausgeben müssen. Damit beginnen aber erst die Vorteile. Da man ja nicht der einzige ist, der Justus geliehen hat, bekommt man die Justus der anderen als Einnahmen und macht lukrative Geschäfte, die man ohne Justus nicht gemacht hätte. Man hat mit den geliehenen Justus jemand anderem ein Einkommen verschafft und die anderen verschaffen einem im Gegenzug auch Einkommen.
Kann ich mit Justus überall zahlen?
Nein, aber Justus sind ja nur ein zweites, ergänzendes Tauschmittel. Man verwendet Justus da, wo sie akzeptiert werden und das wird bald in immer mehr Geschäften und bei immer mehr Dienstleistern sein und erspart sich dabei Euro für andere Zwecke, wo die Justus (noch) nicht angenommen werden.
Muss ich Justuseinnahmen versteuern?
Ja, aber als 1,50 Euroeinnahmen. Man behandelt einen 1 Justusgutschein als wäre er ein 1,50 Euroschein. 1 Justus = 1,50- Euro.
Warum kann ich mit Justus mehr Umsätze machen?
Weil die Justus wegen der Gebrauchsgebühr nicht gehortet werden können und darum den Warenabsatz nicht blockieren können. Justusbesitzer haben einen Anreiz sie auszugeben und sie können auch nicht aus der Region verschwinden. Sie können zwar weit wandern aber zumindest zum Umtausch müssen sie ca. ein Mal im Jahr nach Gießen zurückkehren.
Muss ich für alle meine Waren Justus annehmen?
Nein. Das Annahmeplakat verpflichtet einen nur Justus anzunehmen, aber in welchem Ausmaß bleibt einem überlassen. Bekommt man am Anfang mehr Justus, als man wieder verwenden kann, könnte man, wenn die Konkurrenz es erlaubt z. B. nur 50% einer Zahlung in Justusgutscheinen annehmen. Man verliert dabei aber vielleicht ein Geschäft und man braucht die Justus ja nicht sofort verwenden.
Kann ich Justus, die ich nicht verwenden kann, wieder in Euro zurücktauschen?
Ja, das steht mit der Kaufkraftgarantie auf jedem Justusgutschein.
Bekomme ich beim Umtausch eines abgelaufenen Scheines einen neuen mit voller Laufzeit von einem Jahr?
Vielleicht, wenn der Kaufmann gerade so einen in seiner Kasse hat, der den Umtausch macht. Aber wozu? Es genügt, wenn man einen noch gültigen bekommt mit genügend verbleibender Laufzeit. Man gibt sein Bargeld ja auch normalerweise im selben Monat aus in dem man es bekommen hat.
Da ja die Gewerbetreibenden daran interessiert sind, dass der Justus möglichst schnell umläuft, werden sie jemanden, der bei einem Umtausch auf einen Schein mit voller Laufzeit besteht, gerade keinen solchen geben. Er hat ja mit diesem Verlangen deklariert, dass er den Justus horten will.
Was mache ich mit einem abgelaufenen Justusgutschein?
Bring ihn zu einem Kaufmann, der Justus umtauscht. Wenn Du ihm etwas abkaufst dafür, schluckt er vielleicht die Umtauschgebühr oder zumindest einen Teil davon. Voraussichtlich wird es sogar Kaufleute geben, die das annoncieren. Bist Du selber einer dieser Kaufleute, dann bringst Du den abgelaufenen Gutschein bei Gelegenheit zur Justuszentrale zum Umtausch.
Kann ich Justusgutscheine sparen?
Am Anfang noch nicht, aber es wird sicher Gewerbetreibende geben, die sie gerne als Vorauszahlung für spätere Leistungen akzeptieren werden. Man kann also Justus, für die man momentan keine Verwendung hat, so verwenden. Vielleicht bilden sich auch Vereine, die Kredite vermitteln oder Goldschmiede und Hawalabanken machen es. Später werden sicherlich die Banken auch Justuskonten führen. Vielleicht wird das sogar sehr schnell sein, denn sonst würden andere das lukrative Geschäft übernehmen.
Welchen Vorteil haben normale Arbeitnehmer vom Justus?
Sie haben vielleicht den größten Vorteil von allen. Die Justus geben ihnen Arbeit. Da sie nicht wie das hortbare andere Geld den Warenabsatz blockieren können, werden die Waren verkauft und müssen nachgeschafft werden. Das gibt Arbeit für alle Produzenten und ihre Mitarbeiter. Beim Experiment von Wörgl mit umlaufgesichertem Geld fanden 25% der Arbeitslosen Arbeit, während zur selben Zeit die Arbeitslosigkeit im Rest von Österreich um 10% zunahm.
Werden Justus auch in anderen Städten verwendet?
Noch nicht, aber es ist geplant, Geschäftsleuten in anderen Städten auch Justuskredite anzubieten, wenn sie dort einen Justuskreislauf beginnen wollen. Das werden sie im eigenen Interesse bald tun. Der Justus könnte sehr schnell ein weitum akzeptiertes Zahlungsmittel werden. Jeder Kaufmann in Gießen, der Lieferanten aus anderen Städten hat, wird sich bemühen, diese zur Annahme der Justus zu bewegen. Diese wiederum haben ein Interesse auch in ihrer Stadt einen Justuskreislauf und Verwendungsmöglichkeit für die eingenommenen Justus zu haben.
Eine zu enge Auslegung des Justus als rein regionales Gutscheintauschmittel sollte daher vermieden werden.
Wer ist eigentlich gegen die Justus?
Eigentlich nur Spekulanten, die mit einem kaufkraftbeständigen Tauschmittel nicht mehr spekulieren können und die wenigen Nutznießer des Geldmonopols. Alle anderen, einschließlich des Staates, hätten nur unschätzbare Vorteile von ihnen.
Was kann ich tun, um die Justus zu verbreiten?
Als Gewerbetreibender indem man sich Justus ausleiht und sie in Umlauf bringt. Als Angestellter oder Arbeiter indem man seinem Arbeitgeber die Bereitwilligkeit, Justus als Teil des Lohnes zu akzeptieren, anzeigt. Als Arbeitsloser oder Pensionär indem man Justus kauft und mit ihnen, statt mit den Euros einkauft. Das würde nur dann ein sofortiger Vorteil sein, wenn man das bei einem Geschäft tut, das Justusrabatte anbietet. Auf längere Sicht gesehen, würde es aber den Arbeitslosen und den arbeitslosen Kindern der Pensionäre Arbeit bringen.
Warum werden viele Justus als Kredit ausgegeben?
Der Hauptgrund dafür ist der, dass dadurch schnell eine die Wirtschaft belebende Menge in die Hände von Leuten kommt, die sie ausgeben werden. Die Gewerbetreibenden sollen die Justus zur Bezahlung ihrer Angestellten verwenden.
In Wörgl, wo 1932 so ein Geld herausgegeben wurde, bekamen die Gemeindeangestellten die Hälfte ihres Lohnes so ausbezahlt und obwohl nur 1000 Schillinge am Anfang so ausgegeben wurden und sicherlich nicht sofort alle verwendet wurden, kamen 5100 Schilling rückständiger Steuerschulden in drei Tagen in die Gemeindekasse. Das ist die einzige konkrete Zahl, die überliefert wurde, außer der im Umlauf befindlichen Geldmenge. (Im Durchschnitt 5294 Schillinge, die im Jahr Waren und Leistungen von etwa 2,5 Millionen Schillinge bewegten.)
So eine sagenhafte Umlaufgeschwindigkeit werden die Justus am Anfang sicher nicht erreichen. Sie werden aber auf alle Fälle viel schneller als der Euro sein, der im Durchschnitt nur etwa 15 Mal im Jahr umläuft.
Das Wörgler Tauschmittel lief etwa 500 mal im Jahr um und wenn der Justus nur 150 mal im Jahr umlaufen würde, bewegt er damit zehn mal so viele Waren wie die gleiche Menge Euros.
Da der Justus durch die Gebrauchsgebühr auf dem Markt bleiben wird, ist das eine ständige Geschäftsbelebung für diejenigen, die ihn als Zahlung akzeptieren, aber sie müssen sich genau so um Justuskunden bemühen, als sie es für Eurokunden tun. Von nichts kommt nichts.